"Es zählt, was im Viereck passiert"

13.07.2024 - Kaum war das 81-köpfige Olympic Team Austria für Paris 2024 nominiert, verbreitete sich im Vienna Marriott Hotel beim Fitting spürbar Olympia-Vorfreude. 60 Teile von acht Ausstattern im Wert von 4.300 Euro wurden in den legendären Erima-Koffer gepackt. Resümee der Athlet:innen: Im rot-weiß-roten Olympia-Outfit können wir in Paris nur eine gute Figur machen!

„Ich hatte ein kleines Déjà-vu. Die Einkleidungen laufen immer ähnlich ab, man sieht vertraute Gesichter – das gibt einem ein sehr gutes Gefühl. Es sind wieder unglaublich viele Dinge dabei, wir bekommen einfach eine Top-Ausstattung mit auf den Weg nach Paris. Optisch machen wir sicherlich eine gute Figur. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns auch sportlich ansprechend präsentieren. In der Vergangenheit haben andere Nationen immer gerne zu uns herübergeschaut. Ich denke, wir werden mit unserem Trachten-Outfit auch in Paris für den einen oder anderen Hingucker sorgen“, verrät Victoria Max-Theurer.


Persönliches olympisches Highlight

Die Dressur-Equipe wird ihre Bewerbe vor dem geschichtsträchtigen Schloss Versailles austragen. In der Tat eine nicht alltägliche Location für ein Olympia-Viereck. „Ich bin überzeugt, dass es besondere Spiele werden können. Es wird knistern – da bin ich mir sicher! In London war das Stadion voll, die Charakteristik in Paris ist ähnlich. Ich durfte schon an sehr vielen beeindruckenden Orten reiten, aber am Ende geht es um den Sport. Es zählt, was im Viereck passiert“, sagt die 38-Jährige. Angesprochen auf das persönliche olympische Highlight, braucht sie wenig Bedenkzeit: „Die Schlusslinie in London, da habe ich das Rundherum erstmals bewusst wahrgenommen und mir erlaubt, es zu genießen. Die Reaktion des Publikums und die Atmosphäre werde ich nie vergessen.“

Victoria Max-Theurer wurde für Paris 2024 bereits zum sechsten Mal in Folge für Olympische Spiele nominiert, lediglich in Tokio verpasste sie aufgrund eines eitrigen Zahnes von Sportpartner Abegglen den Bewerb kurzfristig. Der verpasste Start soll 2024 nachgeholt werden, davor gilt es noch ein paar Kleinigkeiten zu planen. „Grundsätzlich haben wir sehr viel Equipment für unsere Pferde mit. Im Endeffekt brauchen wir alles doppelt, denn es kann immer etwas passieren. Wir überlassen auch nichts dem Zufall, nehmen unser eigenes Futter und Heu mit. Es ist alles schon sehr gut organisiert. Wichtig ist, dass es den Pferden gutgeht, sie am LKW eine angenehme Reise haben und gut erholt in Paris ankommen. Wir sind einen Tag früher dort und bereiten alles vor“, erklärt die 38-Jährige.

Klarer Fokus

Wieviel bekommt man von anderen Sportarten mit? „Wenn ich ehrlich bin, habe ich – obwohl ich schon zum sechsten Mal dabei bin – noch nicht viele Sportgrößen gesehen und getroffen. Wir sind immer in einem Außenquartier. Bei den Spielen in Peking waren wir sogar in Hongkong, das schränkt dann von der räumlichen Komponente doch sehr stark sein. Unser Fokus liegt aber auf unseren Wettkämpfen und auf unseren Pferden – da sind wir immer sehr stark eingespannt. In Rio war ich beim 100-Meter-Finale – das war wirklich beeindruckend. Mal schauen, was sich ergebt“, so Max-Theurer. Trotz vielen tollen olympischen Momenten hat Österreichs beste Dressurreiterin wenig Erinnerungsstücke mit nach Haus genommen. „Ich bin grundsätzlich nicht so die große Tauscherin, maximal Pins. Aber in Athen habe ich mit einem Volunteer ein Shirt getauscht, das habe ich immer noch. Eine superschöne Erinnerung“, schmunzelt die Oberösterreicherin.

Ein Besuch im Austria House realistisch? „Mal schauen. Aber ich finde das immer sehr cool. In Athen gab es sogar zwei Österreich Häuser. Es ist einfach ein Ort der Zusammenkunft. In Rio war es der Hotspot der ganzen Stadt. Die Leute sind hunderte Meter angestanden und wollten mitfeiern. Da war extrem viel los. Bin gespannt, wie das in Paris sein wird“, gibt die Oberösterreicherin ein paar Insights.

Schlagwörter dieser Seite